Ökologisch drucken

PAPIER – Welche Sorte nehme ich am besten?

zu empfehlen: Recyclingpapier

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Sie möchten ökologisch drucken? Das umweltschonendste Papier dazu ist Recyclingpapier mit dem blauen Engel. Papiere mit diesem Umweltzeichen sind aus 100% Altpapier hergestellt.
Recyclingpapier benötigt in der Produktion 2,5 Mal weniger Wasser und Energie als „neues“ Papier, dabei entsteht bis zu 38% weniger CO², daher ist es dem nicht-recyceltem Papier (Frischfaser-Papier oder Primärfaser-Papier) immer vorzuziehen!

Inzwischen gibt es auch richtig weißes Recycling-Papier, das man von Frischfaser-Papier nicht mehr unterscheiden kann, die Tage von dunkelgrauem Ökopapier sind längst vorbei!
Leider ist Recyclingpapier oft sogar ein bisschen teurer als „neues“ Papier (z.B. bei großen Online-Druckereien). Wenn Sie sich dafür entscheiden, demonstrieren Sie also nach Außen, dass Ihnen Nachhaltigkeit etwas Wert ist.

  • Einen Vergleich der Ökobilanz von recyceltem und nicht-recyceltem Papier finden sie auf Papierwende.de.
  • Detaillierte Infos über Recyclingpapier finden sie in dieser PDF-Broschüre des Umweltbundesamtes
  • Einen Überblick zu den verschiedenen Papier-Siegeln gibt es hier von der NGO Rettet den Regenwald

Umwelt-Tipp: Privat sollte man speziell bei Toilettenpapier, Papiertaschentüchern und anderen Hygiene-Papieren ebenfalls Recycling-Papier benutzen, da diese Papiere ja die Toilette runtergespült werden und somit nicht als Altpapier wiederverwendet werden können.

nur unter Umständen zu empfehlen: Papier mit der Euroblume

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Das Europäische Umweltzeichen „EU-Ecolabel“ oder „Euroblume“ ist eine Art Äquivalent zum deutschen Blauen Engel auf EU-Ebene. Knackpunkt: Während der Blaue Engel für 100% Recycling-Papier steht, gibt es auch Frischfaser-Papier mit der Euroblume.

Mein Tipp: Papier mit Euroblume NUR kaufen, wenn es sich um Recycling-Papier handelt.

nicht zu empfehlen: Papier aus zertifiziert nachhaltiger Forstwirtschaft

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In Deutschland sind im Handel Papiere (bzw. allgemein Holzprodukte) mit diesen beiden Siegeln weit verbreitet:

FSC (Forest Stewardship Council – Webseite)
PEFC (Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes – Webseite)

Beide Organisationen stehen für gewisse Standards in der Forstwirtschaft. Sie reklamieren für Nachhaltigkeit zu stehen, allerdings gibt es immer wieder Mängel und Kritik, z.B. für Kahlschlag in skandinavischen Wäldern oder Plantagen auf früherem Primärwald.

An sich ist zertifizierte Forstwirtschaft – auch mit Problemen – schon mal besser als Waldnutzung ohne Zertifizierung, daher würde ich beide Siegel für Holz (z.B. Möbel) empfehlen.
NICHT jedoch für Papier! Hier haben wir – wie oben erwähnt – die Möglichkeit das deutlich umweltfreundlichere Recycling-Papier zu benutzen, daher mein Tipp auch für FSC- oder PEFC-Frischfaser-Papier: nicht verwenden.

Ausnahme: von beiden Siegeln gibt es inzwischen ebenfalls Recycling-Papier, das FSC-Recycling-Papier oder PEFC-Recycling-Paper kann ich hingegen wiederum empfehlen.

DRUCKEREIEN

Druck auf Recyclingpapier oder FSC-Papier bietet eigentlich so gut wie jede Druckerei an, sogar der Kopierladen an der Ecke – fragen Sie einfach nach dem von Ihnen favorisierten Papier.
Darüber hinaus gibt es diverse Umweltdruckereien, die sich auf einen nachhaltigen Produktionsablauf spezialisiert haben. Bei den Links finden Sie eine Liste solcher Druckereien.

Hier einige weitere Tipps zum Minimieren des CO²-Ausstoßes und Resourcenverbrauchs:

  • Keine zu hohe Auflage: gerade im Offset-Druck macht es vom Preis kaum einen Unterschied, ob sie 5.000 oder 20.000 Exemplare z.B. eines Flyers anfertigen lassen, für die Natur schon – drucken Sie nur soviel, wie sie wirklich brauchen.
  • Regionale Druckerei: suchen Sie eine Druckerei in ihrer Region oder ihrem Bundesland um eine weite Lieferdistanz zu verhindern, der Transport sorgt schließlich auch für Emissionen.
  • Kein zu dickes Papier: die Dicke eines Papiers wird in Gramm pro Quadratmeter Papierfläche angegeben, Büropapier hat meist 80 oder 90 g/m², der Umschlag von Zeitschriften zwischen 150 und 300 g/m². Etwas dünneres Papier zu nehmen spart ebenfalls Recourcen. Druckereien bieten Papierproben an, die sie sich anschauen und mal in die Hand nehmen können.